Die transkulturelle Altersinstitution

Die Anzahl der über 65 jährigen ausländischen Wohnbevölkerung hat stark zugenommen und wird weiter steigen. Die Arbeiter, die nach dem 2. Weltkrieg in die Schweiz geholt wurden, sind bereits im Rentenalter, viele älter als 80 Jahre. Da durch die schlechten Arbeitsbedingungen der Alterungsprozess früher einsetzt, kann man davon ausgehen, dass Migrantinnen und Migranten früher pflegebedürftig werden. In Folge der veränderten Familienstrukturen und der Veränderungen der Einstellungen, Verhaltensmuster und Werte sind Angehörige jedoch nicht mehr bereit oder nicht mehr in der Lage, die Pflege und Betreuung ihrer Eltern und Schwiegereltern zu übernehmen.

Viele Migrantinnen und Migranten haben sich gut integriert und können mit Diskrepanzen und Widersprüchen umgehen. Doch andere haben ihre traditionellen Werte und Haltung beibehalten, teilweise sprechen sie schlecht deutsch. Dass es im Institutionsalltag zwischen Bewohnern und Mitarbeitende aber auch unter den Bewohnern zu Missverständnisse, Unverständnis, verletzenden Grenzüberschreitungen und Konflikten kommen kann, liegt auf der Hand.

Die transkulturelle Institution fördert das Verständnis für andere Lebenswelten und schafft die nötigen Rahmenbedingungen. Sie nimmt Irritationen wahr und reagiert darauf ohne zu stigmatisieren. Im Vordergrund steht dabei der Mensch mit seiner Biographie und seinen Bedürfnisse. Davon profitieren nicht nur migrierte Bewohnerinnen und Bewohner sondern alle.